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Social Impact Optimization (SIO): SEO für das Social Web

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Ein Hinweis: alle SIO-Beiträge finden Sie unter http://bit.ly/sio-labor

Schluss mit Lustig!
Das schrieb ich vor ein paar Tagen zum Thema „Kommunikation und Marketing im Social Web“. Mir lässt es nämlich keine Ruhe, dass so viele, wenn nicht die Mehrheit in meiner Branche immer noch verbreiten, dass es völlig ausreicht, irgendwie einen Facebook-Account zu füllen und schon ist man sich der Aufmerksamkeit des Webs sicher.
Arbeiten in den digitalen, als „privat“ definierten Lebensräumen der Menschen, verlangt Herzblut, jede Menge Schweiss und - ja, auch das - die eine oder andere Träne. Arbeiten im „Social Web“ bedeutet jede Menge Interaktion und jede Menge Emotionen. Und jede Menge Tricks und Kniffe, wie man seine Wahrnehmung und Reputation erweitern kann. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Sie döst zur Zeit vor sich hin. Aber das wird sich sicher bald ändern und dann ist der „König“, der nicht nur macht, sondern das so professionell wie möglich. 

Dafür habe ich mir ein „Maßnahmen-Konzept“ ausgedacht, das ich „SIO - Social Impact Optimization“ nenne.

Das ist mein persönlicher Ansatz, um Erfahrungen zu strukturieren und meine Arbeit für meine Kunden einem agilen Qualitätsmanagement zu unterwerfen. Ich freue mich, wenn diese Gedanken zu einer Grundlage für eine breit angelegte Diskussion über die kommunikativen, technischen, soziologischen und psychologischen Vorraussetzungen für eine authentische, überzeugende und weitreichende Interaktion im „Social Web“ führen.

Ich weiss, dass es sich hierbei nur um den Anfang eines Prozesses handelt, den ich für meine Arbeit entschieden habe, durchzuführen. Erst nach und nach kann ich hier aus Zeitgründen meine Gedanken öffentlich entwickeln. Solltet ihr / sollten Sie aber selbst an ähnlichen Planungen arbeiten, stehe ich für einen Austausch immer zur Verfügung.
 

SIO - Eine Definition
„Social Impact Optimization“ bezeichnet Massnahmen, die dazu dienen, Kommunikation und Marketing im „Social Web“ in den Bereichen Content-Produktion und -Darstellung, Vernetzung, Soft- und Hardware so zu optimieren, dass Reputation und Wahrnehmung einer Person, eines Projekts oder eines Unternehmens zunimmt. 
SIO stellt die verschiedenen Formen der authentischen, offenen und persönlichen Interaktion zwischen privaten und beruflichen Web-Nutzern in den Mittelpunkt eines Optimierungsprozess, der auf die technischen Möglichkeiten, aber auch sozio-psychologischen Ansätze der menschlichen Interaktion zurück greift.
 

Grundlagen
Für ein erfolgreiches SIO muss man mit den technischen und kommunikativen Grundlagen der Kommunikation in den sozialen Netzwerken, Websites, Blogs, usw. bestens vertraut sein. Einige wichtige Grundlagen hierbei sind:

  • Verständnis „Social Web“. Darunter fällt nicht alleine theoretisch zu wissen, wie Facebook, Twitter und Co. funktionieren, sondern selbst ein aktiver Teil des „Social Webs“ zu sein. 
  • Verständnis „Mobile Web“. Immer mehr Interaktion in den sozialen Netzwerken, läuft über mobile Geräte wie Smartphones und Tablets. Um hier optimal zu interagieren, muss man sich über die Besonderheiten unterschiedlichster Apps und abweichender Kommunikations- und Content-Möglichkeiten im Klaren sein.
  • Verständnis „Social Webs User“. Hier sind kommunikative Intelligenz, Empathie und - neben Fachwissen und Erfahrung - jede Menge „Soft Skills“ gefragt. Es braucht Zeit und Vertrauen, um in den digitalen Lebensräumen akzeptiert zu werden. Ebenso ist es wichtig, die Zusammenhänge und Dimensionen einer „digitalen Freundschaft“ zu verstehen.
  • Transmedia Storytelling. Nicht zuletzt unterscheidet die Fähigkeit, eine Geschichte authentisch, multimedial, mitreissend und strategisch über unterschiedlichste Netzwerke hinweg zu erzählen darüber, ob ein Projekt erfolgreich ist, oder nicht. 


Warum SIO?
SIO hilft dabei, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Reputation und Wahrnehmung zu steigern. Agile Routinen dienen dazu, den Kopf für die wichtigen Dinge des „Social Marketings“ frei zu halten: Interaktion und Kreativität.


SIO in der Praxis
Ich unterteile SIO in drei Bereich:

  1. Effizienz. Interaktion im „Social Web“ ist - machen wir uns nichts vor - ein Ressourcen-Fresser. Daher ist es unerlässlich nach neuen Ideen, Konzepten und Tools zu suchen, um die Arbeit abseits der reinen Interaktion zu minimalisieren. Ein Beispiel dafür sind sogenannte „Social Web Command Center“ (SWCC), in denen Kommunikation, Content Management, Monitoring und Controlling auf unterschiedlichsten Netzwerken und Plattformen in einem “Social Dashboard” zusammen laufen und von einem Team gemeinsam zentral bedient werden können.
     
  2. PR & Marketing sind im „Social Web“ eine andere Welt. Abseits von gekaufter Werbung und Gewinnspielen - die ebenfalls viel mehr nach dem „Transmedia Storytelling“-Prinzip funktionieren, als nach klassischen Werbeansätzen - gibt es eine Welt von PR & Marketing, in der völlig andere Voraussetzungen gelten (Buchtipp: PR im Social Web: Das Handbuch für Kommunikationsprofis)

    So habe ich u. a. für meine Projekte das sogenannte „Influencer Relationship Management“ (IRM) entwickelt, mit dem ich menschliche „Themen-Leuchttürme“ analysiere und nach einer Routine, die meinen Kunden viel Zeit für die wichtige Interaktion mit ihren „Influencers“ gibt, in Kontakt trete und eine nachhaltige Kommunikation aufbaue. Das mag technokratisch klingen, aber auch ein „erstes Date“ will gut bedacht sein. Neben Sympathie spielen hier auch andere Reize (Parfüm, Kleidung, Makeup,…) eine wichtige Rolle. Und dafür gibt es jede Menge Ratgeber auf dem Büchermarkt.  Was der Einzelne daraus macht, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
     
  3. Tuning
    Im „Social Web“ gibt es tausende von kleinen und grossen Stellschrauben, mit denen man Kommunikation und Wahrnehmung regulieren kann.
    Beispiele dafür sind:

    Storytelling
    Ohne ein Storyboard und einen Redaktionplan geht hier nichts! Eine gute Geschichte im Web muss ähnlich professionell wie ein Film geplant werden. Sie muss logisch, unterhaltsam, mitreissend und überraschend konzipiert werden. Profis haben da ihre Tricks und die sollte man kennen. 

    Design
    Ein kluges, begeisterndes und die Interaktion förderndes Web-Design - auch im Mobile Web! - spielt eine wichtige Rolle im „Social Web“. Hier gibt es noch jede Menge zu erforschen, um zu verstehen, wir „User Interface“ und Webdesign eine Interaktion fördern können.

    Apps
    Die Zeit der Apps als „Website-1.0-Ersatz“ sind endgültig vorbei. Das grosse App-Sterben hat eingesetzt und nur die Apps überleben, die nachhaltig Mehrwert, Interaktion und eine tiefe Einbettung in die Kommunikation des „Social Webs“ bieten.

    Websites und Blogs
    Hier gilt das gleiche, wie für Apps. Sie müssen zu Weichen und Kraftwerken der Interaktion werden. Sie sind lebendige Archive, die dazu dienen, den Netzwerk-Aktivitäten einen seriösen und verstärkenden Rahmen zu geben.

    Netzwerk Kommunikation
    Hier stehen wir auch erst ganz am Anfang:
    Was fördert Interaktion?
    Wie unterstütze ich optimal die Wahrnehmung meines Projekts?
    Welche Medien, in welcher Zahl, wie aufgenommen und mit welcher Anmutung werden von wem, wann und mit wem geteilt?
    Auch dafür gibt es erste Routinen, die aber weiter ausgearbeitet und verfeinert werden müssen.
     

Wie geht es weiter?
Ich werde, begleitend zu meiner Arbeit, immer wieder über meine SIO-Erfahrungen und -Fortschritte berichten. Im Dezember werde ich einen Vortrag dazu halten und bin auf die Reaktionen der TeilnehmerInnen gespannt.

Das hier ist der erste Versuch einer Darstellung und ich hoffe, er hat diesen Komplex etwas beleuchtet und Lust auf mehr gemacht.

Ich freue mich, wie gesagt, wenn durch diesen Beitrag eine Diskussion zu SIO angeregt wird und Erfahrungen ausgetauscht werden.

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